Bioraffinerien

Die Nutzung nachwachsender Rohstoffe wird in den nächsten Jahren und Jahrzehnten an Bedeutung gewinnen und die Volkswirtschaften in bisher nicht gekanntem Umfang gravierend verändern. Die Chemische Industrie und die

Industrielle Biotechnologie werden auf Biomasse als Alternative angewiesen sein.

Umwandlung

Die Umwandlung von Biomasse und agrarischen Rohstoffen in Produkte wie Chemikalien, Biopolymere, Werkstoffe und Gebrauchsgüter verlangt jedoch grundsätzlich neue Technologien, die weit über die Verarbeitung von nachwachsenden Rohstoffen zu Spanplatten und Gartenartikeln hinaus gehen.

Solche komplexen Technologien werden „Bioraffinerien“ oder „Grüne Bioraffinerien“ genannt.

Lernen von der erdöl basierten Chemie

Der Erfolg der chemischen Industrie beruht auf einem „Baukastenprinzip“. Aus einfachen Grundstoffen lassen  sich durch chemische Reaktionen komplexere Zwischenprodukte erzeugen. Diese wiederum können zu Folge- und Endprodukten

verarbeitet werden.

Die Chemie hat dabei gelernt, aus Erdöl einfach zu handhabende und exakt definierte, chemisch reine Grundstoffe in  Raffinerien zu erzeugen. Der Siegeszug von Kunststoffen wäre ohne die genaue Kenntnis dieses Funktionsprinzips nicht möglich gewesen.

Es wird eine wichtige Aufgabe sein, diese technischen Erfahrungen auf die

Bioraffinerien zu übertragen.

 

Die USA als Vorreiter

Gegenwärtig werden in den USA konsequent Programme umgesetzt, mit denen

Die Umstellung auf die Biomassewirtschaft eingeleitet wurde. Bis zum Jahre 2030

wird erwartet, dass 25% der derzeit auf fossilen Rohstoffen basierenden organischen Grundstoffe und 10% der Öle und Kraftstoffe auf eine biologische Rohstoffbasis – mit Hilfe von Bioraffinerie-Technologien – produziert werden. Amerikanische Gesetzgeber und Regierung arbeiten bereits eng mit der Landwirtschaft, Industrie und  Wissenschaft zusammen. Nach dem Regierungsprogramm „Biobased Industrial Products“ aus dem Jahr 2000 haben mehr als 40 Bundesstaaten eigene Programme gestartet.

Zunehmend werden US-Unternehmen an den Aktienmärkten auch auf der Basis ihrer Nachhaltigkeitsperformance bewertet (Dow Jones Global Sustainability Index).

Die US-Großindustrie (wie z.B. Dow Chemical, E.I. du Pont de Nemours, Cargil Dow LLC, Genecor International Inc.) haben schon 2002 mit einer eigenen „Vision“ und

entsprechender „Roadmap“ das Thema „Biomasse-Industrie“ aufgenommen.

 

EUROPA im Schlafwagen ?

In der europäischen Union ist man sich der Bedeutung dieses Themas bewusst. Eine

Europäische „Roadmap“ zu diesem Thema wäre sicherlich hilfreich.

In Deutschland hat sich eine Initiativgruppe „Biobasierte Industrielle Produkte“ aus Industrie, Mittelstand sowie von Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen zusammengefunden und ein Strategiepapier „BioVison 2030“ entwickelt.

Mitglieder der Arbeitsgruppe sind beispielsweise Dow Deutschland GmbH; Rheinmünster, Dow Europe Gmb, Horgen; biorefinery.de GmbH; Potsdam; Fraunhofer-ICT, Karlsruhe-Pfinztal; biopo e.V., Teltow;

Unter www.biorefinica.de finden sich weitere Informationen.

 

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