Woodplastic

Grüne Chemie weiter auf dem Vormarsch:

Forscher entwickeln Dämmstoffe aus Holzschaum !

Klimaschutz ist heute Pflicht für jeden Hauseigentümer. Insgesamt sollen in der

Europäischen Union die Bemühungen für mehr Energieeffizienz in Wohn-, Büro- und Industriegebäude verstärkt werden. Nur mit einer guten Wärmedämmung von Wänden und Dächern kann verhindert werden, dass große Teile der kostbaren Heizenergie ungenutzt nach draußen entweichen.

fk03_2014_3_g-HolzschaumDazu wird die Gebäudefassade mit wärmedämmenden Materialien ausgekleidet – klassischerweise kommen dabei Hartplatten oder elastische Schaumstoffe auf Basis von erdölbasierten Kunststoffen zum Einsatz. Solche Materialien lassen sich zwar günstig und einfache produzieren und besitzen gute Dämmeigenschaften – besonders umweltfreundlich sind sie allerdings nicht. Aus diesem Grund sollen Materialien aus nachwachsenden Naturstoffen erdölbasierte Produkte mittelfristig ersetzen.

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Holzforschung WKI   (WKI = Wilhelm Klauditz-Institut) in Braunschweig (Deutschland) verfolgen einen  viel versprechenden Ansatz: Sie haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sich aus Holzpartikeln Schaumstoff herstellen lässt. Dieser Holzschaum lässt sich genauso einsetzen wie klassische

Kunststoffschäume. Dabei ist er ein hundertprozentiges Naturprodukt aus nachwachsenden Rohstoffen.

Um den Schaum herzustellen, wird das Holz zunächst in feine Partikel zermahlen, bis eine schleimige Masse entsteht. In diese Masse wird dann Gas eingeleitet, um sie aufzuschäumen. Anschliessend wird der Schaum ausgehärtet. Dieser Härtungsprozess wird von den holzeigenen Stoffen in einem speziellen chemischen Prozess unterstützt.

„Man kann sich das ähnlich wie beim Backen vorstellen, wenn der Teig im Ofen aufgeht und fest wird“, erklärt Prof. Volker Thole vom Fraunhofer-Institut, Leiter dieses Forschungsprojektes.

Das Ergebnis ist ein leichter Grundwerkstoff, der sich entweder zu Hartschaumplatten oder elastischen Schaumstoffmatten weiterverarbeiten lässt.

Es gibt heute bereits Dämmstoffe auf Holzbasis, etwa Vliese aus Holzfasern oder Holzwolle. Diese haben den Nachteil, dass sie fasern und weniger formstabil sind als Dämmstoffe aus Kunststoff. Oftmals sinken Dämmvliese aus Holzfasern im Laufe der Zeit durch Temperaturschwankungen und Feuchtigkeit in der Mitte ein. Dadurch geht ein Teil der Dämmwirkung verloren.

Der am WKI entwickelte Holzschaum kann dagegen mit klassischen Kunststoffschäumen mithalten. Die Schaumprodukte wurden nach den Normen analysiert, die für Dämmstoffe gelten. Dabei wurden bei den Faktoren wärme- dämmend, mechanische  und hygienische Eigenschaften sehr  gute Werte erreicht.

Zurzeit experimentieren die Forscher vom Fraunhofer-Institut WKI mit verschiedenen Baumarten.  Es soll herausgefunden werden, welche Baumsorten  sich besonders gut als Grundstoff eignen. Gleichzeitig wird das chemische Verfahren weiter verbessert, um diese Holzschaumstoffe im großen Maßstab industriell fertigen zu können (Geeignete Bioraffinerieverfahren).

Der Holzschaumstoff wird sich aber auch als Verpackungsmaterial eignen und auf lange Sicht das ebenfalls erdölbasierte Styropor ersetzen.

Quelle: Fraunhofer-Institut für Holzforschung – WKI (Wilhelm-Klauditz-Institut) und Gesamtausgabe „Forschung Kompakt 2014“ / SINT – Verein zur Förderung von Innovationen und neuen Technologien e.V. Sofia

 

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